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ARRIVEDERCI ROMA!

Ute Maria Lerner, Johannes Lemke und Mario Mammone
(duo lirico) in the wonderful world of BOFFI
DESIGN
Ute Maria Lerner, selbst bekennende Rom Liebhaberin präsentiert
einen literarischen Spaziergang durch die ewige Stadt Rom u.a. mit Federico
Fellini, Franca Magnani, Johann Wolfgang Goethe; Ennio Flaiano, Natalia
Ginzburg, Klaus Brill, Giuseppe Gioachino Belli, Barbara Alberti und Gianpaolo
Morelli.
Einem jeweils aktuellen Beitrag aus Rom des Italien Korrespondenten
Paul Kreiner, der u.a. für den Tagesspiegel, die Hannoversche Allg.
Zeitung aus Italien berichtet.
Musikalisch begleitet wird die Schauspielerin von den
beiden Musikern des “duo lirico“
Mario Mammone (Gitarre) und Achim Schroeter (Klarinette).
Lebenslauf Achim Schroeter
Lebenslauf Mario Mammone
Interview mit Ute
Maria Lerner
Photos by KAPE SCHMIDT
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Zitate über Rom
“Rom, caput mundi, die Hauptstadt der Welt, wie die Metropole der
Cesaren und Päpste zweitausend Jahre lang genannt wurde, eine terra
magica, das besondere an dieser Stadt ist, neben der Tatsache Hauptstadt
Italiens und des Weltkatholizismus zu sein, der Umstand, das die abendländische
Kultur zwar nicht nur von Ihr erschaffen und geprägt wurde, sondern
dass sie einen Fülle von Erinnerungen über die irrwitzigen Zeitläufe
hinweggerettet hat.“(H. A. Niederle)
Aus einen Interview mit Ettore Scola zu seinen Film Gente
di Roma (deutscher Kinostart Jan. 2005).
...Die Hauptstadt ist immer noch eine harte Nuss, voller Fallen und ziemlich
gefährlich für die, die sie präsentieren wollen: der Exhibitionismus
und Stolz des römischen Lebensgefühls, seine besserwisserische
’Trastevere’-Haltung zieht den Hass des Rests des Landes an.
Aber was denkt Ettore Scola über Rom?
„Ich stimme Giulio Carlo Argan zu. ’Rom ist eine Schale voll
Haferflocken mit Milch, die über den Tisch verschüttet ist.’
Das sagte er einmal zu mir mit einem deprimierten Ton in der Stimme, als
er noch Bürgermeister der Stadt war. Rom ist schön, quirlig
und grausam. Aber am meisten interessierte es mich, Rom aus einem ’anthropologischen’
Blickwinkel zu zeigen, eine Übung, umso komplexer und vielfarbiger
durch den Zustrom von Tausenden von Einwanderern – Chinesen, Nordafrikaner,
Schwarzafrikaner, Polen und Rumänen – die in der Hauptstadt
ankommen und versuchen, sich zu integrieren.“
Der Film zeigt eine Toleranz von Seiten der Römer gegenüber
Einwanderern. Etwas, das sich vollkommen von dem unterscheidet, was in
anderen Städten Italiens vor sich geht.
„Es gibt tatsächlich mehr Integration zwischen Immigranten
und Einwohnern in Rom, als im Rest Italiens. Vielleicht weil die Geschichte
diese Stadt immer wieder Invasionen, Okkupationen und Befreiungen ausgesetzt
hat. Rom hat sich eine spezielle Kultur von Gastfreundschaft erarbeitet,
die den Geist ihrer Einwohner erfüllt, die sich selbst als Ausländer
unter Ausländern sehen.“
Also sind die Römer toleranter?
„Man könnte sagen, dass ihre Jahrhunderte alte Lässigkeit
zu einem positiven Charakterzug werden kann, der sich als eine kluge Form
von Toleranz erweist.
Anstatt einen Dialog mit Ausländern zu beginnen, ’romanisieren’
die Römer sie bis zu einem gewissen Punkt, an dem die Fremden manchmal
die gleichen Haltungen und Charakteristika annehmen wie ihre Gastgeber.“
La dolce vita & Hollywood sul Tevere
Innerhalb weniger Jahre wurde Rom zum Protagonisten in
der
internationalen Welt, zum Anziehungspunkt für den internationalen
Jet-Set. Hollywood entdeckte Cinecittá als billigen Produktionsort
und Rom als idealen Schauplatz monumentaler Filme. Die amerikanischen
Stars, die deshalb nach Rom kamen, wollten gar nicht mehr fort und genossen
das milde Klima; die Cafés wurden zu Treffpunkten von Dichtern,
Schriftstellern, Malern, Schauspielern und Regisseuren.
Mit seinem Film La dolce vita, einer genialen Erfindung Fellinis, brachte
Fellini zugleich das Lebensgefühl der fünfziger Jahre in Rom
zum Ausdruck, und hat damit den Mythos geschaffen, der bis heute unser
Bild Italiens und Roms prägt.
“Mir scheint, dass einer der Gründe, vielleicht
sogar der wichtigste, die Rom daran hindern, einen Stadt der großen
Laster zu sein, der zutiefst familiäre Charakter dieser Stadt ist,
selbst in der Verderbtheit.
Dieser Charakter speist sich aus der Tatsache, dass Rom ein Agglomerat
von großen, zur Peripherie hin scheußlichen Dörfern ist,
alle um den antiken Kern herum. Dörfer, bewohnt von Emigranten der
ersten oder zweiten Generation, die ihre provinziellen Sitten und Gebräuche
beibehalten haben. So nimmt jedes große Laster in Rom die Merkmale
eines Zeitvertreibes an, der, sobald die erste Neugier gestillt ist, langweilig
wird.“
Aus: Blätter von der Via Veneto von Ennio Flaiano, Fellinis Drehbuchautor
auch von La dolce vita
La Dolce vita:
Marcello: “Verzeihung, ich habe das Gefühl, ich bin ihnen schon
irgendwo einmal begegnet.
Die Frau: Schon möglich, ich arbeite, vielleicht haben sie mich irgendwo
in einem Büro gesehen!
Marcello: Was denn, sie arbeiten? “
Fellini: “In Rom haben die “Dinge“
auch ihre eigene Persönlichkeit, ihr eigenes Leben. So die Wolken
in Form von Schiffen, dicke Wolken mit vollen Bäuchen, Wolken, die
feurigen und schönen Haremsdamen gleichen, in schmachtenden Stellungen
ausgebreitet, Grüppchen von kleinen goldenen Wolken, die während
Stunden am Himmel paradieren, hungrige zerstückelte Wolkenfetzen,
voll von klaffenden Löchern...
Rom ist eine Mutter mit einer Art von gleichgültiger
Mütterlichkeit, die sie sehr attraktiv macht. Sie hat viele Söhne
und nicht Zeit, sie alle an ihr Herz zu drücken: Zwischen Weisheit
und Indifferenz, zwischen Bewusster Entsagung und jener Haltung das ist
mir Wurst- das ist Rom: Am Montag Gleichgültigkeit, am Dienstag Weisheit,
am Mittwoch Zynismus, am Donnerstag Mitleid, freitags isst man Fisch,
samstags Kutteln...und am Sonntag kann man dieses Interview lesen.
“Aus L´Espresso Jan. 1972“
Man kann in Rom leben und Rom lieben, vorausgesetzt,
man verlässt die Stadt immer wieder einmal, ist immer mit einem Fuß
auf der Flucht, und kann dann mit neuer Liebe zurückkommen und sich
dieser Ideologie anpassen, die es ihr möglich macht, sich jede Kritik
großzügig einzuverleiben und in ständigem Widerspruch
zu leben; Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen und ihm
dann ein Denkmal zu errichten. Ich werde nie eine friedliche Beziehung
zu Rom haben, aber dieses Geständnis ist schon ein Zeichen von Liebe.
Luigi Malerba (geb. 1927 in Bercato bei Parma, lebt in Rom)
Das ist Rom: Fröhlich, planlos, immer kurz vor dem
Bankrott, aber es kommt nie soweit. Rom ist wie eine Hummel: ein Insekt
mit einem großen, schweren Körper und winzigen Flügeln.
Den Gesetzen der Aerodynamik zufolge dürfte die Hummel gar nicht
imstande sein zu fliegen, aber da sie, die Hummel, die Gesetze der Aerodynamik
nicht kennt, fliegt sie trotzdem. Luciano di Crescenzo
“... Römer lassen sich also grundsätzlich
in vier Kategorien einteilen, die natürlich auch in allen Mischformen
existieren: als Schauspieler, Priester, Vielfrasse und Politiker. Aber
da gibt es noch eine fünfte Gruppe, die das apokalyptische Bild,
was ich von dieser Stadt gezeichnet habe, wenigstens etwas freundlicher
macht: Le belle donne, die schönen Frauen von Rom.
Als ein Zentrum der Film und Theaterwelt übt Rom große Anziehungskraft
auf alle schönen Mädchen aus, die unser land hervorbringt. Schätzungen
zufolge gibt es hier mindestens 3000 Schöne um die zwanzig, die Schauspielerinnen
werden wollen und auf der Suche nach einer Rolle sind. Obwohl die Filmindustrie
heute wenig Arbeitsmöglichkeiten bietet, liefern in Rom
Die Schauspielschulen jedes Jahr neue Talente. Nur ein knappes Duzend
von diesen Mädchen wird Erfolg haben, die eine oder andere wird einen
Politiker heiraten, und alle übrigen werden selbst wieder Schauspielschulen
eröffnen, und auf diese Weise dafür sorgen, dass all die Nachwuchstalente,
die niemals in einem Drama ein Rolle spielen werden, wenigstens am eigenen
Leib erfahren werden, was ein Drama ist. Ich hoffe, damit ist klar geworden,
dass Rom die schönste und lebenswerteste aller Städte ist. Aus
Römer, und damit basta! Luciano di Crescenzo.
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